Zügige Geburten erhöhen Ferkelvitalität

Einflussfaktoren auf Totgeburtenrate überprüft

Mit steigender Fruchtbarkeit der Sauen steigt auch das Risiko für Totgeburten. Während früher durchschnittlich 0,5 bis 0,7 totgeborene Ferkel normal waren, muss heute in vielen Betrieben mit doppelt so hohen Verlusten gerechnet werden. Das LfULG hat an einer hochfruchtbaren Sauenherkunft untersucht, welche Faktoren die Totgeburtenrate beeinflussen und ob frühe Eingriffe in die Geburten diese vermindern können. Dazu wurde in einem Praxisbetrieb das Geburtsmanagement bei über 1.000 Würfen variiert. 

Gegenüber früheren Untersuchungen mit weniger fruchtbaren Sauen sind die Würfe heute um etwa 30 Prozent größer und die Geburten dauern mit durchschnittlich 354 Minuten fast doppelt so lange. Die Sauen bringen mehr Ferkel, sie ferkeln aber auch überproportional langsamer. 

In vier Versuchsdurchgängen wurde in die Geburten möglichst wenig eingegriffen, in weiteren vier Versuchsdurchgängen wurde jedes Ferkel durch Eingriff geholt, das nach 30 Minuten noch nicht auf der Welt war. 

Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Anzahl an Totgeburten von der Länge der Geburt, dem Alter der Sauen, aber nicht von der Wurfgröße beeinflusst wird. Das intensive Eingreifen in die Geburten konnte deren Dauer durchschnittlich um 20 Minuten verkürzen und die Anzahl an Totgeburten um 0,2 Ferkel verringern.  Mit dieser Minderungsrate kann der hohe Arbeitsaufwand der Geburtsbetreuung nicht gerechtfertigt werden, wohl aber mit der um 5 Prozent signifikant geringeren Saugferkelverlustrate, die sich bei der Untersuchung gleichzeitig ergab. 

Eingriffe in besonders lange dauernde Geburten sind sinnvoll, weil die individuelle Geburtsgeschwindigkeit einer der wichtigsten Vitalitätsfaktoren für die Saugferkel ist. Die zuletzt geborenen Ferkel tragen aufgrund geringerer Vitalität ein erhöhtes Verlustrisiko – vor allem durch Erdrücken. 30 Minuten zeitlicher Abstand zum voran geborenen Ferkel sind eher als obere denn als untere Zeitschwelle anzusehen.

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 74: Tierhaltung

Dr. Eckhard Meyer

Telefon: 034222 46-2208

E-Mail: Eckhard.Meyer@smul.sachsen.de

Webseite: http://www.lfulg.sachsen.de

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