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Ursache oder Folge?

Untersuchungen zur Bedeutung von Schwanznekrosen für den geforderten Kupierverzicht in der Schweinehaltung

Verhaltensstörungen von Schweinen treten in allen Ländern der Welt und in unterschiedlichen Betriebsgrößen und Haltungsverhältnissen auf. Die bisher sicherste Methode, um das Schwanzbeißen zu verringern oder zu vermeiden, stellt das Kürzen der Schwänze im Saugferkelalter dar, das nur noch erlaubt ist, wenn der Landwirt nachweist, dass er »auf der Suche nach geeigneten Maßnahmen« ist, um auf das Kupieren zu verzichten. In diesem Zusammenhang haben nekrotische Veränderungen an peripheren Körperteilen wie Ohren und Schwänzen eine besondere Bedeutung.

Bis heute ist nicht klar, ob Nekrosen die Folge von Verhaltensstörungen wie Schwanzbeißen sind oder deren Ursache. Zum besseren Verständnis der Zusammenhänge wurden im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch insgesamt 2.086 Wurfgeschwister untersucht. Zwei Drittel der untersuchten Tiere wurden bis zum dritten Lebenstag in zwei Stufen schwanzkupiert. Dabei wurde bei 674 Ferkeln das letzte Drittel des Schwanzes kupiert, bei 771 Ferkeln wurden zwei Drittel des Schwanzes kupiert. Insgesamt 641 Ferkel blieben unkupiert.

Im Ergebnis wurden vor allem in der zweiten Hälfte der Ferkelaufzucht bei ca. 17 % der unkupierten Tiere hochgradige Schwanznekrosen und in gleicher Größenordnung Schwanzbeißen (15 %) beobachtet. Die beiden Phänomene Schwanznekrosen und Schwanzbeißen lassen sich nicht voneinander trennen und führen in sensiblen Zeitfenstern zu höheren Selektionsraten und schlechteren Leistungen. Die Vermeidung der multifaktoriell bedingten Schwanznekrosen ist ein Baustein auf dem Weg zum Kupierverzicht.

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