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Sind Mercaptane Ursache für Geruchsbeschwerden im Erzgebirge?

Ergebnisse der Messungen 2015/2016

Im Erzgebirge treten vor allem im Herbst und Winter bei südöstlichen Luftströmungen starke Geruchsbelästigungen auf. Deren Quellen werden den zahlreichen Anlagen des nordböhmischen Industriereviers zugeschrieben. Die gesetzlichen Grenzwerte für die Luftqualität werden dagegen sicher eingehalten. Die Konzentrationen liegen weit unterhalb der Geruchsschwellen. Untersuchungen in der Vergangenheit haben bisher keine Stoffe eindeutig identifizieren können, die für die Geruchsbelästigungen verantwortlich sind. Es wird vermutet, dass Mercaptane und deren Abbauprodukte (Disulfide) in Frage kommen. Diese Stoffe können u. a. aus Prozessen in der petrolchemischen Industrie stammen. Zum Nachweis wurden zwei unterschiedliche Verfahren entwickelt und getestet. Der Bericht steht im Internet zur Verfügung. Er enthält auch die Messergebnisse vom 01.09.2015 bis 30.04.2016.

Mercaptane und Disulfide verteilen sich aufgrund ihrer Flüchtigkeit leicht in der Luft und besitzen sehr niedrige Geruchsschwellen. Mit dem Online-Verfahren konnten Methyl- und Ethylmercaptan, deren mögliche Abbauprodukte (Disulfide) sowie Sulfide bestimmt werden. Dimethyldisulfid wurde am häufigsten gefunden.

Bei südöstlicher Anströmung (Windrichtung 112,5° bis 157,5°) wurden diese Stoffe häufiger und mit höheren mittleren Konzentrationen detektiert als bei Anströmung außerhalb dieses Sektors. Dieses Ergebnis ordnet sich in das schon aus früheren Untersuchungen bekannte und hier bestätigte Bild für Schwefeldioxid und Benzol ein.

Für eine abschließende Einschätzung zur Eignung des Online-Verfahrens sind weitere Untersuchungen erforderlich.

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