Ozonsituation in Sachsen 2015
Höchste Ozonbelastungen seit 12 Jahren
Die Ozonkonzentrationen in Sachsen sind in den vergangenen zehn Jahren langsam, aber stetig gesunken. Der Sommer 2015 unterbrach diesen Trend. An insgesamt 14 Tagen wurde die Ozon-Informationsschwelle von 180 µg/m³ (Stundenwert) überschritten. Das LfULG informierte in diesen Fällen Radiosender und Behörden und warnte vor akuten Ozon-Belastungen. Auch der Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der als Indikator einer Ozon-Dauerbelastung gilt, wurde nach sieben Jahren auch wieder an Stationen außerhalb des Erzgebirgskamms überschritten. Die hohen Ozonwerte stellten außerdem eine verstärkte Belastung für die Vegetation in ganz Sachsen dar. Der Zielwert zum Schutz der Pflanzen wurde nach fünf Jahren sogar wieder im sächsischen Tiefland überschritten.
Hohe Ozonkonzentrationen entstehen bei länger anhaltenden Hochdruckwetterlagen mit Temperaturen über 30 °C und intensiver Sonneneinstrahlung durch chemische Reaktionen aus den Vorläufersubstanzen Stickstoffdioxid und flüchtigen Kohlenwasserstoffen.
Sommer mit extremen Temperaturen und hoher Sonneneinstrahlung gab es in den letzten Jahren einige. Im Gegensatz zu den üblichen Westwetterlagen im Sommer sorgten im Jahr 2015 an heißen Tagen überwiegend südöstliche Winde dafür, dass Luftmassen auch vermehrt Vorläufersubstanzen nach Sachsen brachten. Die Station auf dem Schwartenberg nahe dem südöstlich gelegenen Industriegebiet um Litvinov hatte mit Abstand die häufigsten Überschreitungen der Ozon-Informationsschwelle zu verzeichnen.