Öffentliche Kläranlagen nach Stand der Technik ausgebaut
Biozid-Wirkstoffe in Kläranlagen untersucht
Der fünfte Emissionsbericht Abwasser schreibt die Bestandsaufnahme aller Abwassereinleitungen in Sachsen erneut fort. In den kommunalen Kläranlagen wird die Abwasserlast von etwa 4,7 Mio. Einwohnerwerten behandelt. 87 % der sächsischen Bevölkerung waren 2012 an die öffentliche Abwasserbehandlung angeschlossen. Nahezu alle Anlagen entsprechen inzwischen dem Stand der Technik und behandeln das Abwasser vollbiologisch. 95 % der vorhandenen Behandlungskapazitäten verfügen darüber hinaus über eine dritte Reinigungsstufe zur Entfernung der Pflanzennährstoffe Stickstoff und Phosphor aus dem Abwasser.
Beim Ausbau der öffentlichen Kläranlagen ist ein Stand erreicht, bei dem weitere Reduzierungen der Ablauffrachten nicht zu erwarten sind. Bereits seit 2005 liegt die Reinigungsleistung aller Anlagen bezüglich des Chemischen Sauerstoffbedarfs im Mittel bei 94 %. Die Abwasserbelastung mit Phosphor und Stickstoff wird um 89 bzw. 80 % verringert.
Im Bericht werden erstmalig Untersuchungsergebnisse zum Vorkommen von ausgewählten Biozid-Wirkstoffen (Pestizide mit Einsatz außerhalb der Landwirtschaft) dargestellt. Bei einer Reihe dieser Spurenstoffe wurden relevante Belastungen in Kläranlagenabläufen gefunden. Die statistische Auswertung der Abwasseruntersuchungen zeigt keinen wesentlichen Unterschied zwischen großen, mittleren und kleinen Kläranlagen. Das heißt, der Ausbau von Kläranlagen mit Nährstoffeliminierung lässt keine wesentliche Verbesserung der Eliminierung dieser Stoffe erkennen.