Mehr Lebensqualität durch leisere Straßen
Erfahrungen mit geräuschmindernden Fahrbahnbelägen
Anwohner innerstädtischer, verkehrsreicher Hauptstraßen sind erheblichen Lärmbelastungen ausgesetzt. Das hat ein erhöhtes Gesundheitsrisiko zur Folge. Als wirksame Lärmminderungsmaßnahme bleibt meist nur der Einbau von Lärmschutzfenstern, was oftmals für die Anwohner unbefriedigend ist. Geräuschabsorbierende Fahrbahnbeläge bieten die Chance, die Belastung bereits an der Quelle deutlich zu senken. Vielerorts werden solche Straßenbeläge unter innerörtlichen Bedingungen auf Probe- und Pilotstrecken getestet, so auch in einigen sächsischen Städten. Im Auftrag des LfULG hat die Akustikforschung Dresden GmbH zusammen mit dem Straßenbaulabor der TU Dresden die akustischen und bautechnischen Informationen zu den in Sachsen innerorts verbauten geräuschmindernden Belägen zusammengetragen und ausgewertet. Ausgewählte Strecken wurden hinsichtlich ihrer Eigenschaften näher begutachtet und einer visuellen Kontrolle unterzogen.
Für die Mehrzahl der untersuchten Beläge wurde ein deutliches Geräuschminderungspotenzial nachgewiesen. Dieses vermindert sich nach drei bis fünf Jahren Nutzung, bleibt aber noch deutlich wahrnehmbar. Aufgrund fehlender Langzeiterfahrungen ist eine Verallgemeinerung der Erkenntnisse noch nicht möglich. Es wurden jedoch Empfehlungen erarbeitet, um den Prozess der Praxiseinführung zielgerichtet zu befördern. Informationen zum Projekt erteilt der genannte Ansprechpartner des LfULG.
»Leise« Fahrbahnbeläge sind derzeit für einen Einsatz innerorts noch keine zugelassene Bauweise. Ein flächenhafter Einsatz ist daher nicht möglich. Insbesondere fehlen nach wie vor belastbare Langzeiterfahrungen zur bautechnischen und akustischen Haltbarkeit nach längeren Liegezeiten.