Mammutfund in Dresden
Erdschicht 50.000 Jahre alt
Im Stadtgebiet von Dresden sind inzwischen mehrfach Knochenreste oder Stoßzähne vom Mammut gefunden worden. Der jüngste Fund eines ca. 1 Meter langen Stoßzahns stammt vom 20. Mai 2015 und wurde in einer Baugrube am Zelleschen Weg geborgen. Die Funde geben Einblick in die eiszeitliche Tierwelt, als sich eine Kältesteppe über Mitteleuropa ausgebreitet hatte. Mit den Mammuten grasten Wildpferde, Wollhaarnashörner und Moschusochsen auf den Ebenen oberhalb der damaligen Elbe. Frühere Nachweise von Artefakten in der Region belegen, dass auch der Neandertaler dieses Gebiet besiedelt hatte.
Bei der genaueren zeitlichen Einordnung des jüngsten Fundes wurden die Archäologen von den Geologen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie unterstützt. Die Fundschicht bestand aus einer Lehmschicht mit höherem Tonanteil, die sich aus umgelagerten kreidezeitlichen Mergeln mit einem geringen Lössanteil zusammensetzte. Sie wurde von solifluidal umgelagertem Löss überdeckt, der nach Kartierungsbefunden als Gehängelehm etwa dem Hochglazial der Weichsel-Kaltzeit entspricht. Danach lässt sich der Stoßzahn dem Frühstadium dieser Kaltzeit zuordnen, für das ein Alter von etwa 50.000 Jahren oder etwas älter gilt.