Klimawandel im böhmisch/sächsischen Grenzraum
Abschlussbericht zum EU-Projekt INTERKLIM liegt vor
Das Projekt INTERKLIM widmete sich der grenzüberschreitenden Erforschung des Klimawandels im böhmisch-sächsischen Grenzraum. Wichtigstes Ergebnis ist die aktuelle, grenzübergreifende Daten- und Wissensbasis mit Klimainformationen – sowohl für die Vergangenheit als auch für die Zukunft. Untersuchte Gebiete in Sachsen sind die Planungsverbände Region Chemnitz, Oberes Elbtal/Osterzgebirge und Oberlausitz-Niederschlesien, in Tschechien die Bezirke Karlovy Vary, Ústí nad Labem und Liberec. Der Abschlussbericht steht im Internet zur Verfügung.
Im Vergleich zur Klimanormalperiode 1961–1990 wurden für den Zeitraum 1991–2010 Veränderungen bei mehreren Klimakenngrößen festgestellt. So stieg die Jahresmitteltemperatur um 0,7 °C. Insbesondere im Frühjahr und im Sommer stiegen die Mitteltemperaturen an. Die Erwärmung im Frühjahr führte zu einer Verfrühung des Vegetationsbeginns um ca. acht Tage. Auch beim Niederschlag zeigten sich deutliche Veränderungen, die Jahressumme war 7 % höher. Diese Zunahme war unter anderem auf das vermehrte Auftreten großräumiger Extremniederschläge (z. B. in den Jahren 2002 und 2010) zurückzuführen.
Für die Abschätzung der zukünftigen Klimaentwicklung wurden mehrere Modelle und Szenarien eingesetzt. Danach beträgt die Spanne der möglichen Temperaturzunahme bis Ende des 21. Jahrhunderts im Flächenmittel etwa 1 bis 4 °C. Der stärkste Anstieg wird dabei für Winter und Sommer erwartet. Eine Abnahme der Sommerniederschläge deutet sich an.