Haltung von unkupierten Schweinen
Profil für den Stall der Zukunft geschärft
Die in der intensiven Schweinehaltung verwendete Haltungs- und Verfahrenstechnik ist das Ergebnis einer Entwicklung, bei der bis heute vor allem die Produktivität der Arbeitskraft und die biologischen Leistungen in den Vordergrund gestellt wurden. Soll der Weg der Haltung von unkupierten Schweinen weiter gegangen werden, müssen viele Kriterien im Stallbau neu definiert werden. Dabei gilt es vor allem, Stallbaukriterien zu berücksichtigen, die bislang als nicht leistungsrelevant oder unwesentlich bewertet wurden und trotzdem Störungen auslösen. Das LfULG hat auf der Grundlage langjähriger Versuche und der verfügbaren internationalen Literatur versucht, das Profil für den »Stall der Zukunft« zu schärfen. Der Bericht steht im Internet zur Verfügung.
Um in kritischen Zeitfenstern die Haltung und Fütterung optimal gestalten zu können und gleichzeitig den baulichen Aufwand zu begrenzen, bietet es sich an, die Haltungsphasen neu zu definieren. Darüber hinaus gilt es u. a., das Potenzial von nachhaltig beschäftigenden Fütterungsverfahren zu nutzen, natürliches und künstliches Licht intelligenter einzusetzen und die Gruppengrößen – noch mehr als das Platzangebot – zu optimieren. Die Stallklimagestaltung sollte effektive Maßnahmen zur Verminderung der Wärmebelastung vorsehen und nur wenig Anpassungsleistungen von den Tieren verlangen. Die Haltung von unkupierten Tieren ist nicht ohne erhebliche Veränderungen in der Verfahrenstechnik möglich.