Ferneintrag von Feinstaub nach Ostdeutschland untersucht

Heizungsanlagen sind Hauptquelle

In einem Mehrländerprojekt wurde untersucht, welchen Anteil der Ferneintrag von Feinstaub an den PM10-Grenzwertüberschreitungen hat und welches die Quellen der Feinstaubbelastung sind. Beteiligt waren die Bundesländer Sachsen, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit insgesamt zehn Luftgütemessstationen, davon zwei in Sachsen (Niesky und Brockau). Es wurden Proben aus dem Zeitraum September 2016 bis März 2017 analysiert. Als Hauptquelle der grenzüberschreitenden Luftverunreinigung mit Feinstaub wurde die Verbrennung von Festbrennstoffen wie Holz und Kohle zur Gebäudeheizung identifiziert. Im Durchschnitt lag der Beitrag aus den östlichen Nachbarländern bei 10 bis 15 Mikrogramm Feinstaub PM10 pro Kubikmeter Luft.

Im Januar und Februar 2017 befand sich die im Untersuchungsgebiet ankommende Luft zuvor längere Zeit über Land. Die Durchmischung der Atmosphäre war wenig ausgeprägt. In dieser Zeit wurden hohe Feinstaubkonzentrationen registriert, die höchsten an den stark durch den Straßenverkehr beeinflussten Messstationen in Berlin. Bei den ländlich gelegenen Stationen waren die Konzentrationen an den östlichen Stationen am höchsten.

Der Ferneintrag aus östlicher Richtung spielte insbesondere an kalten Tagen eine Rolle, an denen die ankommenden Luft weite Strecken zurückgelegt hatte: sowohl bei schlechter als auch bei guter Durchmischung der Atmosphäre. Der Zusatzbeitrag lag bei ca. 30 bzw. 20 Mikrogramm Feinstaub PM10 pro Kubikmeter Luft.

Der Feinstaub an den beiden sächsischen Messstationen Brockau und Niesky bestand im Mittel zu knapp 60 Prozent aus so genannten Sekundärpartikeln. Dabei handelt es sich um Partikel, die sich aus ursprünglich gasförmigen Stoffen während des Transportes in der Luft gebildet haben. Bestandteile dieser Partikel waren Ammonium, Nitrat, Sulfat und organisches Material. Mehr als 20 Prozent stammten aus Verbrennungsprozessen. Entsprechend der Lage der beiden Stationen im ländlichen Gebiet betrug der Beitrag aus dem Straßenverkehr weniger als 10 Prozent. Die Ergebnisse des Mehrländerprojektes stehen im Internet zur Verfügung.

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Referat 51: Klima, Luftqualität

Dr. Andrea Hausmann

Telefon: 0351 2612-5100

E-Mail: Andrea.Hausmann@smekul.sachsen.de

Webseite: http://www.lfulg.sachsen.de

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