Eisenbahntunnel durch das Erzgebirge
Geodaten zur Optimierung des Trassenverlaufs
Der Freistaat Sachsen unterstützt gemeinsam mit der Tschechischen Republik die Planung einer hochgeschwindigkeitstauglichen Schienenneubaustrecke Dresden - Prag außerhalb des Elbtals. Mit ihr soll die Reisezeit halbiert und mehr Kapazität für den steigenden Güterverkehr geschaffen werden. Das Vorhaben ist Bestandteil des europäischen Verkehrskernnetzkorridors Orient/Östliches Mittelmeer, mit dem die Verkehrsanbindung zwischen neun EU-Mitgliedstaaten verbessert und der Transit von den Nord- und Ostseehäfen zu den süd- und osteuropäischen Staaten erleichtert werden soll. Für den Bau muss das Erzgebirge durch einen ca. 26 km langen Tunnelabschnitt gequert werden.
Die Abteilung Geologie des LfULG arbeitet seit 2012 projektbegleitend für das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) an einer Qualifizierung der geologischen Grundlagen für die Projektkalkulation des Planers. Mit den FuE-Vorhaben »Geophysikalische Untersuchungen an der Struktur Börnersdorf/Osterzgebirge« und »Geologische 3-D-Modellierung der Struktur Börnersdorf/Osterzgebirge sowie der Neubaustrecke Dresden-Prag« wurden wichtige Beiträge zu einer Optimierung des Tunnel- bzw. Trassenverlaufs im Erzgebirge unter Berücksichtigung potenzieller Georisikofaktoren geliefert. Beide FuE-Vorhaben wurden Ende 2015 abgeschlossen. Die Vorstellung der Ergebnisse erfolgte am 14. Januar 2016 im Rahmen einer Informationsveranstaltung unter Schirmherrschaft des SMWA.